6 Die “liebsten” Gewohnheiten halten die Lösungsangst am Leben.

Gewohnheiten sind ungelöste Zwänge, die in unserem Unterbewusstsein abgespeichert sind. Mit unseren Gewohnheiten haben – nicht wir sie – sondern sie uns fest im Griff.

Ich hatte die „liebgewonnene“ Gewohnheit, mich selbst zurückzuhalten und ganz für andere da zu sein. Mit diesem Zwang glaubte ich, das Gefühl des Unerwünschtseins  in den Griff bekommen zu können. Es entstand in der frühen Schwangerschaft, als meine Eltern zu arm für ein zweites Kind waren. Es hat mich die meiste Zeit meines Lebens fest im Griff gehabt. Aus diesem Grund bin ich auch Arzt geworden und für andere da gewesen.

Und ich weiß heute auch, warum ich mich in meinem Leben ständig  verändern und verbessern musste. Mit diesem Zwang glaubte ich, das Gefühl für andere falsch zu sein und ihren Ansprüchen nicht genügen zu können, in den Griff zu bekommen. Es entstand aus dem – von mir unerfüllbaren Wunsch – meiner Eltern, dass ich ein Mädchen werden sollte. Es hat mich einen Großteil meines Lebens fest im Griff gehabt. Aus diesem Grund bin ich auch ein Arzt geworden, der ständig andere, bessere Behandlungsmethoden gesucht hat und nie mit dem Erreichten zufrieden war.

So lange mir das nicht bewusst war, hat mich die Lösungsangst immer wieder in meine Zwänge zurückgetrieben und mir als Asthma die Luft zum Atmen genommen, weil sich ja die „liebgewonnene“ Gewohnheit besser anfühlte, als die Angst, unerwünscht und falsch zu sein.

Nachdem ich mich immer wieder den Lösungsängsten gestellt und sie schließlich vollkommen losgelassen habe, kann ich heute nachfühlen, dass mein Unerwünschtsein nur Ausdruck der Angst meiner Eltern war, mich nicht „durchfüttern und großziehen“ zu können und wie ich selbst geizig mit mir und anderen war und mit missionarischem Eifer „erwünschtes Verhalten“ erzwingen wollte. Und so in meinem Leben selbst unerfüllbare Wünsche an mich und meine Mitmenschen gestellt habe. Besonders meine Familie hat da Einiges aushalten müssen.

FÜLLE DIE FOLGENDE TABELLE AUS …

CORONA-KRISEEINHEIT 
1.Meine bedrohte “liebste“
Gewohnheit ist
Text
2.Ich habe diese Gewohnheit
seit dem
Lebensjahr
3.Mein Angstniveau
war vor der Krise
(Skala 1-10)
4.Mein Angstniveau
ist jetzt
(Skala 1-10)
5.Meine größte
Befürchtung ist
Text

… UND ERKENNE, DASS DEINE „LIEBSTE“ GEWOHNHEIT NUR DEINE GRÖSSTE BEFÜRCHTUNG BESTÄTIGT.

So hat mir meine “liebste” Gewohnheit MICH ZURÜCK ZU HALTEN UND FÜR ANDERE DA ZU SEIN nur immer wieder meine größte Befürchtung UNERWÜNSCHT ZU SEIN bestätigt.

So hat mir meine “liebste” Gewohnheit MICH ZU VERÄNDERN UND ZU VERBESSERN nur immer wieder meine größte Befürchtung FÜR ANDERE FALSCH ZU SEIN bestätigt.

©2019 Dr. med. Hans-Jürgen Peters . info@lebensliebe-supervision.de
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